Keine Angst vor SüßstoffSüßstoffe sind sicher und machen nicht dick20.10.2008 Melanie Kirk-Mechtel
Süßstoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erregen und Übergewicht zu fördern. Nach aktuellem Erkenntnisstand renommierter Forscher sind sie allerdings völlig unbedenklich.
Süßstoff hat kein gutes Image. Angeblich sollen Cyclamat, Saccharin und Co. dick machen und sogar Krebs verursachen. Obwohl die Ergebnisse der vor Jahrzehnten durchgeführten Studien mittlerweile mehrfach widerlegt wurden, halten sich diese negativen Aussagen hartnäckig. Dabei haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das wissenschaftliche Komitee der EU und die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FAO) übereinstimmend erklärt: „Süßstoffe sind für den menschlichen Genuss sicher.“ Süßstoffe und KrebsIn den 1960er Jahren gerieten Saccharin und Cyclamat in Verruf, weil in der so genannten „Krebs-Studie“ Ratten nach hoher Süßstoffzufuhr Blasenkrebs entwickelten. Davon abgesehen, dass Tierstudien nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar sind, entsprach die Dosis, die an die Ratten verfüttert wurde, einer Aufnahme von 4.000 Süßstofftabletten pro Tag beim Menschen. Die heute bekanntesten und am meisten verwendeten Zusatzstoffe sind Acesulfam, Aspartam, Cyclamat und Saccharin. Insgesamt wurden bislang acht Süßstoffe in der EU als Zusatzstoffe zugelassen. Vorher wurden diese durch internationale Expertengremien auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft. Bei Bedarf erfolgt auch nach der Zulassung eine kontinuierliche gesundheitliche Überprüfung der Süßstoffe durch Experten, um mutmaßlichen Zusammenhängen zwischen Süßstoffen und Gesundheitsrisiken auf den Grund zu gehen. Aussagen, nach denen diese mit Krebsentstehung oder andere Krankheiten wie Allergien oder Beschwerden wie Kopfschmerzen in Verbindung gebracht wurden, konnten wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Süßstoffe und ÜbergewichtAuch zur Erforschung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Süßstoffen und Übergewicht wurden Experimente mit Ratten durchgeführt. So zeigten beispielsweise die Ergebnisse von Forschern der Purdue-Universität in West Lafayette, dass Ratten, die mit Süßstoff gesüßten Joghurt fraßen, stärker zunahmen und kalorienhaltigere Nahrung fraßen als die Gruppe, die mit Zucker gesüßten Joghurt zum Fressen bekam. Die Forscher vermuteten, dass der süße Geschmack in Kombination mit fehlender Kalorienzufuhr den Verdauungsapparat verwirrt, sodass sich die Verwertung der Nährstoffe verschlechtert und der Körper noch mehr süße Nahrung verlangt. Die Forscher betonten andererseits aber auch, dass die Reaktion des Körpers durch das Bewusstsein gesteuert werden kann, sodass negative Folgen vermieden werden können. Hinter der Annahme, dass Süßstoffe dick machen, steckt die Hypothese, dass ihr süßer Geschmack die Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion anregt, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt und sich der Süßhunger noch verstärkt, weil der Zuckernachschub ausbleibt. Wissenschaftliche Experimente haben aber gezeigt, dass die Insulinproduktion durch die Zufuhr von Süßstoffen nicht angeregt wird. Zwar wurde, wie in der oben genannten Studie, ein stärkeres Hungergefühl nach Süßstoffkonsum beobachtet. Ob die Ergebnisse aber auf den Menschen übertragbar sind, ist fraglich. Süßstoff oder doch lieber Zucker?Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Wichtig ist, dass bei der üblichen Verwendung keine Gesundheitsschäden drohen. Ob pur zum Süßen von Kaffee, Tee oder Joghurt oder in Erfrischungsgetränken, Konfitüren, Süßigkeiten oder Konserven – durch die Light Produkte mit Süßstoff können viele Kalorien eingespart werden. Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), erklärt: „Für Personen, die abnehmen oder Übergewicht vermeiden möchten, sind Süßstoffe im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung eine gute Alternative.“ Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann. Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bundesinstitut für Risikobewertung, ddp
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