Eier und CholesterinSind Eier eine Gefahr für Herz und Kreislauf?14.03.2008 Melanie Kirk-Mechtel
Eier - pixelio
Seit Jahren ist bekannt, dass 100 mg zusätzliches Nahrungscholesterin den Cholesterinspiegel im Blut nur um durchschnittlich 2,3 mg/dl ansteigen lässt. Dieses setzt sich aus 1,9 mg/dl LDL- und 0,4 mg/dl HDL-Cholesterin zusammen. Das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin, einer der Hauptrisikofaktoren bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ändert sich dabei praktisch nicht. Bei etwa zwei Dritteln der Bevölkerung bleibt die Erhöhung des Cholesterinspiegels aufgrund körpereigener Regulationsmechanismen unter dem oben genannten Mittelwert. Nur bei etwa einem Drittel führen 100 mg zusätzliches Nahrungscholesterin zu einem Anstieg des Gesamtcholesterins von 3,9 mg/dl. Aber auch hier lässt sich kein Zusammenhang mit der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen, wie klinische Studien aus dem Jahr 2006 gezeigt haben. Eierverzehr und Auftreten von Herz-Kreislauf-ErkrankungenLaut Greene et al. beruht die Erhöhung des Cholesterinspiegels nicht auf einem Anstieg der Anzahl an LDL- und HDL-Partikeln, sondern auf einer Zunahme von deren Größe. Größere LDL gelten als weniger schädlich für die Arterien als kleinere LDL, da sie eine bessere Affinität zum LDL-Rezeptor auf den Körperzellen haben und daher schneller in die Zellen geschleust werden. Außerdem sind große LDL-Partikel weniger oxidationsempfindlich, was bedeutsam ist, da oxidiertes LDL eine Schlüsselrolle bei der Atheroskleroseentstehung spielt. Zusammenfassend lässt sich daher aus dem Anstieg des LDL-Cholesterins per se kein erhöhtes Risiko für Atherosklerose ableiten. Beeinflussung des Cholesterinspiegels durch FettsäurenEinen stärkeren Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut als Cholesterin selbst haben gesättigte Fettsäuren. Zur Vorbeugung von erhöhten Blutfettwerten empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), den Anteil an gesättigten Fettsäuren in der täglichen Kost zu verringern und gleichzeitig die Menge an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu erhöhen. Ein Ei liefert durchschnittlich 7 g Fett, das zu 28 % aus gesättigten, zu 42 % aus einfach ungesättigten und zu 14 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren besteht. Diese Fettsäureverteilung entspricht in fast idealer Weise den DGE-Empfehlungen. Wichtige Nährstoffe machen Eier zu empfehlenswerten LebensmittelnEier sind also nachweislich alles andere als eine Bedrohung für die Gesundheit. Im Gegenteil: Biologisch hochwertiges Eiweiß, das reich an unentbehrlichen Aminosäuren ist und daher gut in körpereigenes Eiweiß für den Aufbau von Körpersubstanz umgewandelt werden kann, macht Eier so wertvoll. Neben nennenswerten Mengen aller fettlöslichen Vitamine liefern Eier auch wasserlösliche Vitamine wie Vitamin B12 und Folsäure sowie die Mineralstoffe Eisen und Zink. Neben diesen essenziellen Nährstoffen tragen Eier aber auch zur Versorgung mit Lecithin und Carotinoiden bei und sind somit, ernährungswissenschaftlich gesehen, besonders hochwertige Lebensmittel. Empfehlenswert sind Eier auch aus kulinarischer Sicht, denn sie schmecken einfach lecker! Quellen:
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