Acetaldehyd im Mineralwasser: Test & TippsStiftung Warentest testete 30 Medium-Wässer in PET-Flaschen
Süßlich-fruchtiger Geschmack - Acetaldehyd! Stiftung Warentest testete 30 Medium-Mineralwässer in PET-Flaschen: Ein Drittel wiesen zu hohe Mengen Acetaldehyd auf.
In geringen Konzentrationen stört Acetaldehyd im Mineralwasser geschmacklich nicht, doch bei Konzentrationen über 10 Mikrogramm pro Liter kann ein fruchtiger Geschmack den Geschmackssinn betrüben. Knapp 130 Liter Mineralwasser trinkt der Durchschnittsdeutsche pro Jahr, und fast die Hälfte aller verkauften Mineralwässer in PET-Flaschen ist heute vom so genannten "Medium"-Typ. Stiftung Warentest untersuchte 30 Mineralwässer der milden und sanften Art und fand erstaunliche Geschmacksnoten: Ein Drittel der untersuchten Wässer schmeckten sehr leicht bis stark nach Acetaldehyd. Süßlich-fruchtiger Geschmack - Acetaldehyd im MineralwasserGetränkeflaschen und andere Verpackungen werden oft aus Poly-Ethylen-Terephthalat (PET) hergestellt - Ausgangsmaterialien sind Terephthalsäure und Ethylenglykol. PET-Flaschen haben den Vorteil, dass sie leichter als Glas sind, nicht brechen, und gut transportiert werden können. Auf PET-Verpackungen steht entweder "PET“, oder es ist das dreieckige Pfeilsymbol mit der Ziffer 1 angegeben. Ein Nachteil von PET ist, dass es nicht immer geschmacksneutral ist: Acetaldehyd (Bild) kann bei der Herstellung oder als Abbauprodukt bei der Lagerung entstehen, und in das Wasser übergehen. Normalerweise ist das kein Problem, da Acetaldehyd zum Beispiel in Fruchtsäften auch natürlich vorkommt. Aber in einem Mineralwasser erkennt man den typisch süßlich-fruchtigen Geschmack ab einer Konzentration von 10 Mikrogramm pro Liter – bei Cola oder Limonade fällt das nicht auf. Aber es ist in Getränken nicht erwünscht und nach den geltenden Vorschriften auch nicht erlaubt. Die gefundenen Mengen Acetaldehyd sind zwar nicht gesundheitsgefährdend, beeinträchtigen aber bei neun Wässern deutlich den Geschmack. Klassische Markenwässer ohne Probleme mit Acetaldeyd im MineralwasserIm Test schneiden klassische Markenwässer in Reinheit und Geschmack am besten ab. Der Grund liegt an der Verpackung: Markenwässer werden oft in PET-Mehrwegflaschen abgefüllt, diese sind mit zusätzlichen Acetaldehyd-Blockern versehen. Acetaldehyd wird entweder gebunden oder in eine unkritischere Substanz umgewandelt. Problematisch sind meist nur die PET-Einwegflaschen ohne Acetaldehyd-Blocker, hier kann Acetaldehyd in das Wasser gelangen. Wegen den Einwegflaschen schnitten auch die Mineralwässer der Discounter von Aldi, Lidl & Co. so schlecht ab. Verpackungsmaterialien dürfen den Geschmack des Wassers nicht beeinträchtigen, deshalb vergaben die Tester neunmal ein "Mangelhaft" in der sensorischen Beurteilung. Auf ein Qualitätsgesamturteil wurde verzichtet, weil jedes Wasser seinen eigenen, naturgegebenen Charakter hat. Mineralstoffe: Die Mineralien im MineralwasserFünf der getesteten Wässer sind reich an Mineralstoffen: Apollinaris, Alwa, Gerolsteiner, Rosbacher und ein Wasser des Discounters Plus (Falkenberg Quelle). Der Mineralstoffgehalt eines Mineralwassers ist dabei von der Quelle abhängig. Stiftung Warentest analysierte die Mineralien der Mineralwässer, die angegebenen Mineralstoffgehalte auf den Etiketten stimmen mit den Testergebnissen überein. Besonders mineralstoffreich und sensorisch "gute" Wässer sind das 40 Cent teure Alwa Medium und Apollinaris Medium für 61 Cent in der PET-Mehrwegflasche sowie Gerolsteiner Medium für 46 Cent aus der PET-Einwegflasche. Unter den vielen günstigen Wässern aus PET-Einwegflaschen ist nur Edeka/Gut&Günstig Medium (Heinberg/Quelle) für 13 Cent je Liter rundum fehlerfrei. Der tägliche Bedarf an Mineralstoffen kann allein durch Wasser nicht gedeckt werden. Hier hilft nur eine ausgewogene Ernährung. Jedoch gelangen beim Trinken die Mineralstoffe schneller und direkter in die Blutbahn. Mineralwasser sollte immer kühl und vor Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden. Glasflaschen eignen sich zur Lagerung besser, da aus PET-Flaschen die Kohlensäure entweichen und Luft eindringen kann. Weitere Informationen:
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